Drehkreuze der Globalisierung
Mrz 2nd, 2010 | By Sven Kesselring | Category: Mobility, Spatial concepts, TopicsAuthor
Sven Kesselring mobil.TUM., Forschungsgruppe Mobilität und Verkehr, Technische Universität München,
E-Mail: sven.kesselring@mobil-tum.de
Fulltext
Abstract English
Airports are powerful institutions and infrastructures defining and shaping the relations and connectivities of a world of flows and mobilities. They are ‘glocal infrastructures’, built interfaces on the thresholds of terri-torial and global scales. The talk of fundamental airport dependencies signals a new wave in the transport-driven modernisation of society and the economy. Political controversies over the whys and wherefores of giant airports rage in the very centre of the ‘mobile risk society’, not on the periphery. At few other social “loci” do the local and the global interface so tangibly as at the great transfer points of international air traf-fic in London, Paris, Frankfurt, Amsterdam, or Madrid. This, it has been noted, has fundamentally changed the character of mobility politics and mobility policies. It has brought about and it propels ‘glocalisation’ and global interdependencies.
Keywords
Airports, Mobile risk society, Aeromobilities, Air space, Glocal infrastructures, Connectivities, Political controversies, Normalization of mobility
Citation
Sven Kesselring “Drehkreuze der Globalisierung,” Journal of New Frontiers in Spatial Concepts, ISSN 1868-6648, vol.2 (2010), 12 – 17, Article ID http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1073, Pages: 6


Ein lesenswerter Artikel, gerade auch vor dem Hintergrund des, nach dem Vulkanausbruch auf Island, jüngst wieder geöffneten europäischen Luftraums. Die vom Autor beschriebene ‘Normalisierung der Mobilität’ und wirtschaftliche Einflussfähigkeit des Sektors war dieser Tage in den Medien leicht zu verfolgen und zeigte auch die Probleme auf, die mit diesen Umständen einhergehen. So verweist Sven Kesselring auf Wolfgang Kaschuba, nach dem “Transnationalisierung, Globalisierung und Kosmopolitisierung in hohem Maße von der verkehrstechnischen Revolution und der Entwicklung eines weltweit zuverlässigen und leistungsfähigen Flugverkehrssystems getragen werden” (S. 2).
Des Weiteren findet die Rolle des Flughafens als Wirtschaftsfaktor an sich im Artikel Betrachtung. Wie schnell diese “normale Mobilität” und Rolle des Flughafens als ‘Drehkreuz der Globalisierung’ sowie regionaler Wirtschaftsfaktor durch ein Naturschauspiel aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann, ist beachtlich. Zwar waren in erster Linie vor allem Geschäfts- und Urlaubsreisende von den Flugausfällen betroffen, aber auch für die Wirtschaft zeigten sich mit anhaltender Dauer des Flugverbots zunehmend Probleme. So kündigten mehrere Fluggesellschaften an, Angestellte unbezahlt freistellen zu wollen und Daimler, Bosch und BMW schränkten wegen fehlender Teilelieferungen die Produktion ein. Selbst der Flughafen als “Ort mit hohem Event- und Freizeitwert” (S. 3) war von den Ausfällen direkt betroffen, so dass Geschäfte ihre Öffnungszeiten entweder einschränkten, oder gar nicht erst öffneten. Wie Sven Kesselring anspricht, sind Massenverkehrstechnologien, und durch das große Personenaufkommen auf verhältnismäßig wenig Raum gerade auch der Flughafen, “das Mobilitätspotential jeder offenen Gesellschaft” (S. 5). Auf diesem Gebiet der Verkehrspolitik werden demnach Entscheidungen mit hoher politischer, gesellschaftlicher, ökonomischer aber auch sozialer Reichweite getroffen.
Mit der These, dass die zunehmende Globalisierung und Bedeutung von Flugreisen die Verkehrspolitik und die Rolle des Flughafens innerhalb der letzten Jahrzehnte entscheidend beeinflusst hat, schließt der Autor seinen Beitrag ab und verweist auf die hierzu dringend notwendige Forschung, die in der Tat mit Spannung zu erwarten ist.
dass verkehrsknotenpunkte in der geschichte schon immer auch gesellschaftliche knotenpunkte wurden, mit konzentration-eben knoten-des gesellschaftlichen wandels überschaubarer und damit eindrucksvoller als in der globalen fläche, überrascht nicht weiter. in der arbeit ist an zahlen und ausführungen sehr tranparent und demonstrativ dargestellt, wie sich die welt unter den möglichkeiten der mobilität auf dem mittlerweile engen raum der flughäfen abbildet.
die größten probleme der welt-nämlich hunger und krankheiten und soziale verelendung- bleiben dabei außen vor. denn die existentiellen probleme von riesigen menschheitsgruppen treten dabei nicht auf.
aber das war auch schon immer so.