Die Macht des geografischen Raums – Auch nach gut hundert Jahren sind Halford J. Mackinders Aussagen zum „geografischen Drehpunkt der Geschichte“ von überraschend politischer Relevanz

Dez 14th, 2010 | By | Category: Submitted Invited Papers

Author

Rudolf Maresch
www.rudolf-maresch.de, E-Mail: mail@rudolf-maresch.de

Fulltext

Abstract English

The English geographer Sir Halford Mackinder ended his famous 1904 article, „The Geographical Pivot of History,“ with a disturbing reference to China. He posited that the Chinese, should they expand their power well beyond their borders, „might constitute the yellow peril to the world’s freedom.“ Leaving aside the sentiment’s racism, which was common for the era, nearly a hundred years ago Mackinder’s statement gives us a surprising view of enormous political actuality in geopolitics, which was denied for a couple of decades in Western Europe, especially in Germany.

Keywords

Geography, Space, Power, Geopolitics, Pivot

Citation

Rudolf Maresch “Die Macht des geografischen Raums – Auch nach gut hundert Jahren sind Halford J. Mackinders Aussagen zum ‚geografischen Drehpunkt der Geschichte‘ von überraschend politischer Relevanz” Journal of New Frontiers in Spatial Concepts, ISSN 1868-6648, vol.2(2010), 73 – 79, Article ID http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1184, Pages: 7

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  1. Rudolf Mareschs Artikel gehört hoffentlich zur Pflichtlektüre im Auswärtigen Amt und darüber hinaus – denn politischer Realismus, nicht zuletzt im hier skzizzierten weltpolitischen Umfeld, hat auch etwas mit jener Vernunft und dem Maßhalten zu tun, mit dem Gesellschaften und Regierungen, ob in Deutschland oder anderswo, immer gut gefahren sind. Umso mehr gilt dies, wenn man sich als Mittelmacht in schwierigen Zeiten auf internationalem Parkett bewegt.

    Allerdings lässt sich m. E. auch nicht alles auf Mackinders Weltbild und die eurasische Landsichel als Brutstätte der Weltgeschichte reduzieren; es sei denn man blendet beim geopolitischen Tanz um den goldenen Rim großzügig die äußerst blutigen Kämpfe aus, die sich in den genannten sechs Jahrzehnten auf dem afrikanischen Kontinent abgespielt haben, von Biafra und Katanga bis hin zum Völkermord in Ruanda. In Lateinamerika wiederum hat es in diesem Zeitraum zwar keine großen Kriege von Staaten gegeneinander gegeben, wohl aber starke innere Verwerfungen bis ihn zu Bürgerkriegen. Geschichte wird also nicht nur zwischen Kap Finisterre und dem Gelben Meer gemacht.

    Noch ein Gesichtspunkt sollte dabei Beachtung finden: Es genügt nicht, Anrainer des im Artikel als geografische Sichel bezeichneten Großraums zu sein, um als Akteur auf der Weltbühne eine gewichtige Rolle zu spielen. Dass hier von Russland, China und Indien als möglichen künftigen Supermächten die Rede ist und nicht von Korea, Vietnam oder Bangladesch, zeigt nämlich, was man dafür neben der geografischen Lage vor allem braucht: ein großes eigenes Territorium bzw. eine große Bevölkerungszahl. Dass solchen Ländern die Zukunft gehört, erkannte schon vor bald hundert Jahren auch Adolf Hitler. Es mag Herrn Zielcke wieder auf die publizistischen Barrikaden treiben, aber manchmal stößt man eben auch in ideologischen Sümpfen mit ihren Irrlichtern auf tiefere Wahrheiten.

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KIT Scientific Publishing, Karlsruhe | Journal of New Frontiers in Spatial Concepts | ISSN 1868-6648
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