Editorial notes

Apr 1st, 2011 | By and | Category: Editorial notes

Nach nunmehr eineinhalb Jahren erscheint es uns als inhaltlich Verantwortlichen für das E-Journal sinnvoll, eine Bilanz der bislang veröffentlichten Beiträge zu ziehen. Die Vielfalt und Qualität der uns erreichenden und nach Peer Review veröffentlichten Beiträge bestärkt uns in der Ansicht, grundsätzlich den richtigen Weg zu verfolgen. Bei der Gründung des E-Journals im Sommer 2009 war nicht absehbar, ob und wie die diskutierende virtuelle Community auf einen so offenstehenden Begriff wie ‚Spaces‘ in Verbindung mit dem Hinweis auf sozialkonstruktivistische erkenntnisleitende Interessen reagieren würde. Uns hat die Breite der eingehenden Beiträge überrascht. Sie reichen von konkreten historischen Analysen über Fallstudien zu ‚Räumen‘ bis zu theoretischen Überlegungen und umfassen vom Tagungsbericht über den Nachruf, vom Essay bis zum wissenschaftlichen Aufsatz ganz unterschiedliche Textformate.

Versucht man, aus dem Vorliegenden erste Schlüsse zu ziehen, lässt sich wohl zwei Punkte festhalten:
Der Gegenwartsbezug – der Historiker wird sofort in kritischer Absicht ergänzen: der Präsentismus – des Leitbegriffs ‚Räume‘ ist ausgeprägt. Das faszinierende Nebeneinander unterschiedlichster Sozialkonstruktionen prägt hier das Bild und erschwert bisweilen das Aufzeigen von Kontinuitäten und Diskontinuitäten zwischen vergangenen und gegenwärtigen ‚Räumen‘. Eine wichtige argumentative Brückenfunktion kann hier offenbar die Beschäftigung mit ‚vergangenen Zukünften‘ des Raums z.B. in Film und Literatur, aber auch in der Historiographie, übernehmen.

Ein zentrales Konstruktionsprinzip sozialer ‚Räume‘ in Vergangenheit und Gegenwart scheint – möglicherweise analog zum Beschleunigungsparadigma der industriellen und medialen Konsumgesellschaft – ihr dynamischer und transitorischer Charakter zu sein. ‚Räume‘ befinden sich in andauernder Konstruktion und Umkonstruktion, was Verlaufsmuster der ‚Renaissance‘ sowie des ‚Aufstiegs und Falls‘ einschließt. Nun ist dies ein Gemeinplatz für das Mindset der Moderne, wenn es nicht an historisch oder sozialwissenschaftlich fassbaren Konkreta in Ursache und Folge aufgezeigt werden kann. Diesem Ziel will sich das E-Journal in Zukunft noch stärker widmen.

Aus diesem Grund haben wir uns für die Einrichtung eines Special Issue mit dem Thema ‚Transitional Spaces‘ entschieden, das dieser Eigenart im Umgang mit ‚Räumen‘ besondere Aufmerksamkeit einräumen möchte. Auch hier hoffen wir auf das kritische Interesse und die Kreativität unserer Beiträgerinnen und Beiträger, die im Zweifelsfall einen weiteren Horizont haben als wir, die wir unsere Rolle vor allem in der Bereitstellung einer Diskussionsplattform sehen, die eines bis jetzt nicht ist und auch nicht werden soll: ein virtuelles Coffeetable Book.

Ulrich Gehmann, Rolf-Ulrich Kunze, Editors-in-chief

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KIT Scientific Publishing, Karlsruhe | Journal of New Frontiers in Spatial Concepts | ISSN 1868-6648
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