Topic “Posthuman Age”

Dez 14th, 2011 | By Ulrich Gehmann and Rolf-Ulrich Kunze | Category: Posthuman age, Topics

Foto - Topic Posthuman AgeFor many, after the era of a so-called post-modern age, that of a posthuman one seems to have emerged. Due to an ever-increasing entanglement of the human domain with various fields of the technological, for those who postulate that post-human era an entirely new epoch of history has begun. It is conceived as an epoch marked by an encompassing integration of the human and the technological and through that, leading not just to a new historical epoch to be added to all those others already passed by but to a new kind of history – the posthuman. It is conceived as the time after man; when man, in being just man, has ceased to exist and is about to turn into something (or somebody) different. A time that is thought to have already begun, and the fact that “posthuman age” could become a technical term reflects the overall conception of our contemporaneous conditions of life. It indicates that we even left the “technotope” (Ropohl), the coining figure for characterizing such conditions up to now, and are on the move towards conditions of a different quality; and thus, towards a new kind of history as such. The aim of this topic is to examine what this could mean, for us as well as for the spaces we live in, us being the inhabitants of the new age coming up the horizon. We invite to participate in the examination, in developing different perspectives on a not only fascinating but first and foremost important topic.

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3 comments
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  1. Wir werden in unserer Zeit Zeugen eines Wechsels der Abhängigkeitsrelation zwischen Technik und Mensch. Wir leben nicht mehr in einer Epoche, in der die Anpassung von Werkzeugen an unser Leben eine Erleichterung desselben schafft. Es verhält sich umgekehrt: Der Mensch hat sich heute in stets zunehmender Geschwindigkeit an seine Werkzeuge anzupassen.
    Das sogenannte Smartphone, das durch die Medien als Bereicherung des Lebens gepriesen wird, ist ein anschauliches Beispiel für unseren Weg in das posthumane Zeitalter. Dieses neue Werkzeug hat seine “Nutzer” fest im Griff. Das Interesse an dem physischen Gegenüber tritt in den Hintergrund bei der Möglichkeit in kürzester Zeit ein Mehrfaches virtueller Kontakte zu pflegen. Das klassische Gespräch ist längst auf Worte wie “Die Neuigkeiten habe ich schon alle auf Facebook gelesen.” oder “Alles Weitere dann per Email.” reduziert. Ein Leben ohne Smartphone bedeutet längst ein Leben in sozialer Isolation. Ein Bauer des Frühmittelalters war auch nach der Erfindung des Pfluges nicht notwendig auf diesen angewiesen, doch der leere Smartphoneakku eines posthumanen “Individuums” käme einem Verlust der physischen Existenz gleich.
    Dass wir am Beginn eines neuen Zeitalters stehen, lässt sich nur schwer leugnen. Ich halte es daher für absolut angebracht, dass das Phänomen des posthuman age in diesem Journal mit einer eigenen Rubrik bedacht wird.

  2. Schon wieder ein neues Zeitalter? Dass der morgige Tag nicht derselbe sein wird wie der heutige, ist doch eine Trivialiät. Ebenso, dass die Zeiten sich ändern: Es eilt die Zeit, wir eilen mit (Wilhelm Busch). Neuerdings muss aber in den Geisteswissenschaften immer ein neuer Turn werden, und nun muss gleich ein neues Zeitalter verkündet werden. Darunter geht es nicht. Warum nicht?
    Erstens aus Gründen des Wissenschaftsmarketings; zweitens, weil man sich mit prophetischem Geraune das Argumentieren ersparen kann; drittens, weil man im Gewande prophetisch-diagnostischer Gewissheit bestimmte Interessen verfolgen kann: Die Zukunft steht ja schon fest. Prophetie bzw. Halb-Prophetie ersetzt dann die politisch-diskursive und explizite Argumentation in Hinblick auf darauf, welche Zukunft man denn selbst zu gestalten wünscht.
    Was die Glaubensgewissheit solcher Zeitalter-Prognosen anbetrifft, halte ich mich dann doch lieber gleich an die New Age-Philosopy (Aquarian Age, 11. 11. 2011 aus numerlogischer Sicht) sowie an den Maya-Kalender (Dezember 2012).
    Alles Gute im posthumanen Zeitalter wünscht kurz vor der Zeitenwende am 29. 12. 2011
    Christoph Müller

  3. Man kann sich mittlerweile durchaus die Frage stellen, inwiefern die futuristischen Ideen, die in Literatur und Filmen wie beispielsweise Matrix dargestellt werden, tatsächlich fiktionaler Natur sind. Vielleicht sind wir – in einem übertragenen Sinn – längst Bestandteile eines vernetzten Systems, an das wir alle angeknüpft sind. Dies führt weiter zu der Frage, ob eine damit zusammenhängende vollständige Transparenz einhergeht mit Verlust der Individualität, oder ob wir sogar nie wirklich autonome Wesen waren. Sicher hingegen ist, dass wir uns an einem Punkt befinden, an dem der Abstand zwischen Technikrevolution und menschlicher Anpassung an die technologischen Errungenschaften immer geringer wird und der Abstand an das Menschliche immer höher; zumal in Zeiten einer immer stärkeren Spezialiserung auch der Blick für das Ganze immer mehr verloren geht. So stellt sich mir jedoch nicht die Frage, ob ein posthumanes Zeitalter erstrebenswert wäre; viel mehr würde ich mir wünschen, dass eine freie Willensentscheidung weiter möglich bleibt, die Technologie also zumindest nicht verpflichtend Einzug in alle Bereiche unseres Lebens hält. Die starke Prägung des Menschen durch seine Umwelt und der Prozess der Angleichung, der eher von Seite des Menschen als von Seite der Maschine her passiert, bedingt eine Gleichrichtung hinsichtlich unserer Ziele, Träume und Wünsche, wodurch die eigene, individuelle Existenz immer irrelevanter wird. In einer posthumanen Welt, in der sich das gesamte menschliche Leben nur noch auf der Basis von Gehirnströmen abspielen könnte, die jedoch nicht mal mehr ein Gehirn, sondern nur noch eine Software brauchen, wären wir nur noch eine Anhäufung von Entscheidungen und ab einem gewissen Punkt reproduzierbar. Eine solche Vorstellung bezieht sich nicht nur auf die Frage, welche Entscheidungen wir treffen würden, sondern auch auf die Kombinationsmöglichkeiten, die solche multidimensionale Welten mit sich brächten. Der Begriff der Simulation ist allerdings nicht mehr anwendbar, wenn keine wirkliche Abstraktion zur Simulation mehr besteht. Und ist dann die Simulation schon Realität?

    Der unreflektierte Umgang mit Technik und der Mangel an Entscheidungsfreiheit durch gezielte Umweltbeeinflussungen, machen uns zu immer mehr vernufts- und gefühlsarmen Lebewesen.
    Glücklich ist nur, wer wirklich frei ist.

    von Marco Zampella

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KIT Scientific Publishing, Karlsruhe | Journal of New Frontiers in Spatial Concepts | ISSN 1868-6648
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