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	<title>Kommentare für Journal of New Frontiers in Spatial Concepts</title>
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	<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts</link>
	<description>Sociohistorical, Sociotechnical, and Transcultural Analysis</description>
	<lastBuildDate>Sat, 28 Jan 2012 07:26:09 +0000</lastBuildDate>
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		<item>
		<title>Kommentar zu Von Neuromancer zu Second Life. Raumsimulationen im Cyberspace von Maria Bostenaru</title>
		<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1272/comment-page-1#comment-2406</link>
		<dc:creator>Maria Bostenaru</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 07:26:09 +0000</pubDate>
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		<description>Derzeit bin ich im Management Committee des COST Actions &quot;Semantic enrichment of 3D city models for sustainable urban development&quot; http://www.semcity.net/ . Die Action ended zwar dieses Jahr, aber es gibt ein ESF Netzwerk &quot;Network for Digital Methods in the Arts and Humanities - NeDiMAH&quot; dem gerne beitreten würde. Das beweist dass die Verbindung zwischen IT und Geisteswissenschaften immer mehr Beachtung findet. In der COST Action haben wir uns auch mit Spiele beschäftigt, als Darstellung einer idealen 3D-Stadt, auch aus dem Gesichtspunkt der ökonomischen Modelle. Wobei ich persönlich finde dass nicht nur Computerspiele ökonomische Modelle umsetzen, sondern auch Brettspiele. Es ist interessant zu sehen welche Spiele sich mit Architektur und Städtebau beschäftigen, und dadurch mit Raum, insbesondere aus dem Gesichtspunkt des Entscheidungstreffens (game theory). Neulich kam auch über eine Weiterentwicklung dessen, die sog. Drama theory, das noch mehr die Geisteswissenschaften mit der Sozialwissenschaft des ökonomischen und nicht nur Entscheidungsfindens verbindet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Derzeit bin ich im Management Committee des COST Actions &#8220;Semantic enrichment of 3D city models for sustainable urban development&#8221; <a href="http://www.semcity.net/" rel="nofollow">http://www.semcity.net/</a> . Die Action ended zwar dieses Jahr, aber es gibt ein ESF Netzwerk &#8220;Network for Digital Methods in the Arts and Humanities &#8211; NeDiMAH&#8221; dem gerne beitreten würde. Das beweist dass die Verbindung zwischen IT und Geisteswissenschaften immer mehr Beachtung findet. In der COST Action haben wir uns auch mit Spiele beschäftigt, als Darstellung einer idealen 3D-Stadt, auch aus dem Gesichtspunkt der ökonomischen Modelle. Wobei ich persönlich finde dass nicht nur Computerspiele ökonomische Modelle umsetzen, sondern auch Brettspiele. Es ist interessant zu sehen welche Spiele sich mit Architektur und Städtebau beschäftigen, und dadurch mit Raum, insbesondere aus dem Gesichtspunkt des Entscheidungstreffens (game theory). Neulich kam auch über eine Weiterentwicklung dessen, die sog. Drama theory, das noch mehr die Geisteswissenschaften mit der Sozialwissenschaft des ökonomischen und nicht nur Entscheidungsfindens verbindet.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Topic &#8220;Posthuman Age&#8221; von M. Zampella</title>
		<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1319/comment-page-1#comment-2404</link>
		<dc:creator>M. Zampella</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 18:19:28 +0000</pubDate>
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		<description>Man kann sich mittlerweile durchaus die Frage stellen, inwiefern die futuristischen Ideen, die in Literatur und Filmen wie beispielsweise Matrix dargestellt werden, tatsächlich fiktionaler Natur sind. Vielleicht sind wir – in einem übertragenen Sinn – längst Bestandteile eines vernetzten Systems, an das wir alle angeknüpft sind. Dies führt weiter zu der Frage, ob eine damit zusammenhängende vollständige Transparenz einhergeht mit Verlust der Individualität, oder ob wir sogar nie wirklich autonome Wesen waren. Sicher hingegen ist, dass wir uns an einem Punkt befinden, an dem der Abstand zwischen Technikrevolution und menschlicher Anpassung an die technologischen Errungenschaften immer geringer wird und der Abstand an das Menschliche immer höher; zumal in Zeiten einer immer stärkeren Spezialiserung auch der Blick für das Ganze immer mehr verloren geht. So stellt sich mir jedoch nicht die Frage, ob ein posthumanes Zeitalter erstrebenswert wäre; viel mehr würde ich mir wünschen, dass eine freie Willensentscheidung weiter möglich bleibt,  die Technologie also zumindest nicht verpflichtend Einzug in alle Bereiche unseres Lebens hält. Die starke Prägung des Menschen durch seine Umwelt und der Prozess der Angleichung, der eher von Seite des Menschen als von Seite der Maschine her passiert, bedingt eine Gleichrichtung hinsichtlich unserer Ziele, Träume und Wünsche, wodurch die eigene, individuelle Existenz immer irrelevanter wird. In einer posthumanen Welt, in der sich das gesamte menschliche Leben nur noch auf der Basis von Gehirnströmen abspielen könnte, die jedoch nicht mal mehr ein Gehirn, sondern nur noch eine Software brauchen, wären wir nur noch eine Anhäufung von Entscheidungen und ab einem gewissen Punkt reproduzierbar. Eine solche Vorstellung bezieht sich nicht nur auf die Frage, welche Entscheidungen wir treffen würden, sondern auch auf die Kombinationsmöglichkeiten, die solche multidimensionale Welten mit sich brächten. Der Begriff der Simulation ist allerdings nicht mehr anwendbar, wenn keine wirkliche Abstraktion zur Simulation mehr besteht. Und ist dann die Simulation schon Realität?
 
Der unreflektierte Umgang mit Technik und der Mangel an Entscheidungsfreiheit durch gezielte Umweltbeeinflussungen, machen uns zu immer mehr vernufts- und gefühlsarmen Lebewesen.
Glücklich ist nur, wer wirklich frei ist.

von Marco Zampella</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann sich mittlerweile durchaus die Frage stellen, inwiefern die futuristischen Ideen, die in Literatur und Filmen wie beispielsweise Matrix dargestellt werden, tatsächlich fiktionaler Natur sind. Vielleicht sind wir – in einem übertragenen Sinn – längst Bestandteile eines vernetzten Systems, an das wir alle angeknüpft sind. Dies führt weiter zu der Frage, ob eine damit zusammenhängende vollständige Transparenz einhergeht mit Verlust der Individualität, oder ob wir sogar nie wirklich autonome Wesen waren. Sicher hingegen ist, dass wir uns an einem Punkt befinden, an dem der Abstand zwischen Technikrevolution und menschlicher Anpassung an die technologischen Errungenschaften immer geringer wird und der Abstand an das Menschliche immer höher; zumal in Zeiten einer immer stärkeren Spezialiserung auch der Blick für das Ganze immer mehr verloren geht. So stellt sich mir jedoch nicht die Frage, ob ein posthumanes Zeitalter erstrebenswert wäre; viel mehr würde ich mir wünschen, dass eine freie Willensentscheidung weiter möglich bleibt,  die Technologie also zumindest nicht verpflichtend Einzug in alle Bereiche unseres Lebens hält. Die starke Prägung des Menschen durch seine Umwelt und der Prozess der Angleichung, der eher von Seite des Menschen als von Seite der Maschine her passiert, bedingt eine Gleichrichtung hinsichtlich unserer Ziele, Träume und Wünsche, wodurch die eigene, individuelle Existenz immer irrelevanter wird. In einer posthumanen Welt, in der sich das gesamte menschliche Leben nur noch auf der Basis von Gehirnströmen abspielen könnte, die jedoch nicht mal mehr ein Gehirn, sondern nur noch eine Software brauchen, wären wir nur noch eine Anhäufung von Entscheidungen und ab einem gewissen Punkt reproduzierbar. Eine solche Vorstellung bezieht sich nicht nur auf die Frage, welche Entscheidungen wir treffen würden, sondern auch auf die Kombinationsmöglichkeiten, die solche multidimensionale Welten mit sich brächten. Der Begriff der Simulation ist allerdings nicht mehr anwendbar, wenn keine wirkliche Abstraktion zur Simulation mehr besteht. Und ist dann die Simulation schon Realität?</p>
<p>Der unreflektierte Umgang mit Technik und der Mangel an Entscheidungsfreiheit durch gezielte Umweltbeeinflussungen, machen uns zu immer mehr vernufts- und gefühlsarmen Lebewesen.<br />
Glücklich ist nur, wer wirklich frei ist.</p>
<p>von Marco Zampella</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Der Vision atomtechnischer Verheißungen gefolgt: Von der Euphorie zu ersten Protesten – die zivile Nutzung der Kernkraft in Deutschland seit den 1950er Jahren von Michael Schmidt</title>
		<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1232/comment-page-1#comment-2402</link>
		<dc:creator>Michael Schmidt</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 20:00:34 +0000</pubDate>
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		<description>Wenn die Kernenergie in Deutschland durch die baden-württembergische Landtagswahl im März 2011 „abgewählt“ worden ist – was gewissermaßen in der Folge durch den ersten grünen Ministerpäsidenten symbolisch unterstrichen wäre – dann wird man in den katastrophalen Ereignissen in Fukushima kurz zuvor eine der wesentlichen Ursachen hierfür erkennen. 
Doch keinesfalls vergessen darf man, wie Rolf-Jürgen Gleitsmann verdeutlicht, die anderen Bedingungen hierfür – an erster Stelle die seit langem gewachsene „Anti-Atom“-Graswurzelbewegung. Sie führte einerseits zur Bildung von Organisationen und zu politischem Engagement in den Institutionen, Parteien und Parlamenten der Bundesrepublik, aber auch zu massenhaften Protesten und Zivilem Ungehorsam, in letzter Zeit beispielsweise bei den Castor-Transporten. Erst durch die Organisation einer starken politischen Bewegung konnte die Kernenergie derart problematisiert und ins gesellschaftliche Bewusstsein gerufen werden, dass es durch das verheerende Unglück eines Kernkraftwerks im fernen Japan möglich erscheint die Energiepolitik Deutschlands entscheidend zu beeinflussen. 
Mehr als deutlich wird dies, wenn man die entsprechenden Reaktionen auf die Ereignisse in anderen Ländern betrachtet: Zunächst in Japan selbst, in dem die Atomkraft als energetische Basis weiterhin gesellschaftlich nur von einer Minderheit in Zweifel gezogen wird, aber auch beispielsweise in Polen, wo der liberale Ministerpräsident Donald Tusk gerade im Angesicht der Katastrophe von Fukushima den Willen unterstrich, seinem Land den Weg in die Erzeugung von Kernenergie zu ebnen und es damit genau dem eine Eigendynamik entwickelnden „technischen Momentum“ zu unterwerfen, das Rolf-Jürgen Gleitsmann zitiert und am Beispiel der energietechnisch-politischen Entwicklungen der Bundesrepublik verdeutlicht. 
Aus politisch-theoretischer Sicht kann man die Frage stellen, ob in Zivilem Ungehorsam mündender Protest gegen die Nutzung von Atomtechnologie im Militär- und Energiebereich – und damit diese politische Handlungsform insgesamt – widerspruchsfrei als Element unserer repräsentativen Demokratie angesehen werden kann. Und ob es damit möglich ist, den Teilerfolg der Anti-Atom-Bewegung in seiner Gänze als ein Beispiel für die Fähigkeit der politischen Ordnung zu betrachten, einen politischen Willen oder kritische Überlegungen, die nicht adäquat in den repräsentativen Institutionen vertreten zu sein scheinen, in den institutionellen politischen Entscheidungsprozess zu integrieren. Mit dieser Frage im Zusammenhang können Überlegungen dazu stehen, wie das Phänomen des so genannten „Wutbürgers“ – etwa im Rahmen des vor allem auch technisch kritisierten Bahnhofsprojekts „Stuttgart21“ – oder eine mögliche Verstärkung direktdemokratischer Elemente in unserer Gesellschaft zu beurteilen sind.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die Kernenergie in Deutschland durch die baden-württembergische Landtagswahl im März 2011 „abgewählt“ worden ist – was gewissermaßen in der Folge durch den ersten grünen Ministerpäsidenten symbolisch unterstrichen wäre – dann wird man in den katastrophalen Ereignissen in Fukushima kurz zuvor eine der wesentlichen Ursachen hierfür erkennen.<br />
Doch keinesfalls vergessen darf man, wie Rolf-Jürgen Gleitsmann verdeutlicht, die anderen Bedingungen hierfür – an erster Stelle die seit langem gewachsene „Anti-Atom“-Graswurzelbewegung. Sie führte einerseits zur Bildung von Organisationen und zu politischem Engagement in den Institutionen, Parteien und Parlamenten der Bundesrepublik, aber auch zu massenhaften Protesten und Zivilem Ungehorsam, in letzter Zeit beispielsweise bei den Castor-Transporten. Erst durch die Organisation einer starken politischen Bewegung konnte die Kernenergie derart problematisiert und ins gesellschaftliche Bewusstsein gerufen werden, dass es durch das verheerende Unglück eines Kernkraftwerks im fernen Japan möglich erscheint die Energiepolitik Deutschlands entscheidend zu beeinflussen.<br />
Mehr als deutlich wird dies, wenn man die entsprechenden Reaktionen auf die Ereignisse in anderen Ländern betrachtet: Zunächst in Japan selbst, in dem die Atomkraft als energetische Basis weiterhin gesellschaftlich nur von einer Minderheit in Zweifel gezogen wird, aber auch beispielsweise in Polen, wo der liberale Ministerpräsident Donald Tusk gerade im Angesicht der Katastrophe von Fukushima den Willen unterstrich, seinem Land den Weg in die Erzeugung von Kernenergie zu ebnen und es damit genau dem eine Eigendynamik entwickelnden „technischen Momentum“ zu unterwerfen, das Rolf-Jürgen Gleitsmann zitiert und am Beispiel der energietechnisch-politischen Entwicklungen der Bundesrepublik verdeutlicht.<br />
Aus politisch-theoretischer Sicht kann man die Frage stellen, ob in Zivilem Ungehorsam mündender Protest gegen die Nutzung von Atomtechnologie im Militär- und Energiebereich – und damit diese politische Handlungsform insgesamt – widerspruchsfrei als Element unserer repräsentativen Demokratie angesehen werden kann. Und ob es damit möglich ist, den Teilerfolg der Anti-Atom-Bewegung in seiner Gänze als ein Beispiel für die Fähigkeit der politischen Ordnung zu betrachten, einen politischen Willen oder kritische Überlegungen, die nicht adäquat in den repräsentativen Institutionen vertreten zu sein scheinen, in den institutionellen politischen Entscheidungsprozess zu integrieren. Mit dieser Frage im Zusammenhang können Überlegungen dazu stehen, wie das Phänomen des so genannten „Wutbürgers“ – etwa im Rahmen des vor allem auch technisch kritisierten Bahnhofsprojekts „Stuttgart21“ – oder eine mögliche Verstärkung direktdemokratischer Elemente in unserer Gesellschaft zu beurteilen sind.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Topic &#8220;Posthuman Age&#8221; von Christoph Müller</title>
		<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1319/comment-page-1#comment-2401</link>
		<dc:creator>Christoph Müller</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 13:09:11 +0000</pubDate>
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		<description>Schon wieder ein neues Zeitalter? Dass der morgige Tag nicht derselbe sein wird wie der heutige, ist doch eine Trivialiät. Ebenso, dass die Zeiten sich ändern: Es eilt die Zeit, wir eilen mit (Wilhelm Busch). Neuerdings muss aber in den Geisteswissenschaften immer ein neuer Turn werden, und nun muss gleich ein neues Zeitalter verkündet werden. Darunter geht es nicht. Warum nicht?
Erstens aus Gründen des Wissenschaftsmarketings; zweitens, weil man sich mit prophetischem Geraune das Argumentieren ersparen kann; drittens, weil man im Gewande prophetisch-diagnostischer Gewissheit bestimmte Interessen verfolgen kann: Die Zukunft steht ja schon fest.  Prophetie bzw. Halb-Prophetie ersetzt dann die politisch-diskursive und explizite Argumentation in Hinblick auf darauf, welche Zukunft man denn selbst zu gestalten wünscht. 
Was die Glaubensgewissheit solcher Zeitalter-Prognosen anbetrifft, halte ich mich dann doch lieber gleich an die New Age-Philosopy (Aquarian Age, 11. 11. 2011 aus numerlogischer Sicht) sowie an den Maya-Kalender (Dezember 2012).
Alles Gute im posthumanen Zeitalter wünscht kurz vor der Zeitenwende am 29. 12. 2011
Christoph Müller</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Schon wieder ein neues Zeitalter? Dass der morgige Tag nicht derselbe sein wird wie der heutige, ist doch eine Trivialiät. Ebenso, dass die Zeiten sich ändern: Es eilt die Zeit, wir eilen mit (Wilhelm Busch). Neuerdings muss aber in den Geisteswissenschaften immer ein neuer Turn werden, und nun muss gleich ein neues Zeitalter verkündet werden. Darunter geht es nicht. Warum nicht?<br />
Erstens aus Gründen des Wissenschaftsmarketings; zweitens, weil man sich mit prophetischem Geraune das Argumentieren ersparen kann; drittens, weil man im Gewande prophetisch-diagnostischer Gewissheit bestimmte Interessen verfolgen kann: Die Zukunft steht ja schon fest.  Prophetie bzw. Halb-Prophetie ersetzt dann die politisch-diskursive und explizite Argumentation in Hinblick auf darauf, welche Zukunft man denn selbst zu gestalten wünscht.<br />
Was die Glaubensgewissheit solcher Zeitalter-Prognosen anbetrifft, halte ich mich dann doch lieber gleich an die New Age-Philosopy (Aquarian Age, 11. 11. 2011 aus numerlogischer Sicht) sowie an den Maya-Kalender (Dezember 2012).<br />
Alles Gute im posthumanen Zeitalter wünscht kurz vor der Zeitenwende am 29. 12. 2011<br />
Christoph Müller</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Topic &#8220;Posthuman Age&#8221; von Martin Cremers</title>
		<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1319/comment-page-1#comment-2400</link>
		<dc:creator>Martin Cremers</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 20:09:56 +0000</pubDate>
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		<description>Wir werden in unserer Zeit Zeugen eines Wechsels der Abhängigkeitsrelation zwischen Technik und Mensch. Wir leben nicht mehr in einer Epoche, in der die Anpassung von Werkzeugen an unser Leben eine Erleichterung desselben schafft. Es verhält sich umgekehrt: Der Mensch hat sich heute in stets zunehmender Geschwindigkeit an seine Werkzeuge anzupassen. 
Das sogenannte Smartphone, das durch die Medien als Bereicherung des Lebens gepriesen wird, ist ein anschauliches Beispiel für unseren Weg in das posthumane Zeitalter. Dieses neue Werkzeug hat seine &quot;Nutzer&quot; fest im Griff. Das Interesse an dem physischen Gegenüber tritt in den Hintergrund bei der Möglichkeit in kürzester Zeit ein Mehrfaches virtueller Kontakte zu pflegen. Das klassische Gespräch ist längst auf Worte wie &quot;Die Neuigkeiten habe ich schon alle auf Facebook gelesen.&quot; oder &quot;Alles Weitere dann per Email.&quot; reduziert. Ein Leben ohne Smartphone bedeutet längst ein Leben in sozialer Isolation. Ein Bauer des Frühmittelalters war auch nach der Erfindung des Pfluges nicht notwendig auf diesen angewiesen, doch der leere Smartphoneakku eines posthumanen &quot;Individuums&quot; käme einem Verlust der physischen Existenz gleich.
Dass wir am Beginn eines neuen Zeitalters stehen, lässt sich nur schwer leugnen. Ich halte es daher für absolut angebracht, dass das Phänomen des posthuman age in diesem Journal mit einer eigenen Rubrik bedacht wird.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wir werden in unserer Zeit Zeugen eines Wechsels der Abhängigkeitsrelation zwischen Technik und Mensch. Wir leben nicht mehr in einer Epoche, in der die Anpassung von Werkzeugen an unser Leben eine Erleichterung desselben schafft. Es verhält sich umgekehrt: Der Mensch hat sich heute in stets zunehmender Geschwindigkeit an seine Werkzeuge anzupassen.<br />
Das sogenannte Smartphone, das durch die Medien als Bereicherung des Lebens gepriesen wird, ist ein anschauliches Beispiel für unseren Weg in das posthumane Zeitalter. Dieses neue Werkzeug hat seine &#8220;Nutzer&#8221; fest im Griff. Das Interesse an dem physischen Gegenüber tritt in den Hintergrund bei der Möglichkeit in kürzester Zeit ein Mehrfaches virtueller Kontakte zu pflegen. Das klassische Gespräch ist längst auf Worte wie &#8220;Die Neuigkeiten habe ich schon alle auf Facebook gelesen.&#8221; oder &#8220;Alles Weitere dann per Email.&#8221; reduziert. Ein Leben ohne Smartphone bedeutet längst ein Leben in sozialer Isolation. Ein Bauer des Frühmittelalters war auch nach der Erfindung des Pfluges nicht notwendig auf diesen angewiesen, doch der leere Smartphoneakku eines posthumanen &#8220;Individuums&#8221; käme einem Verlust der physischen Existenz gleich.<br />
Dass wir am Beginn eines neuen Zeitalters stehen, lässt sich nur schwer leugnen. Ich halte es daher für absolut angebracht, dass das Phänomen des posthuman age in diesem Journal mit einer eigenen Rubrik bedacht wird.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Von Lustschlössern und Spukhäusern. Raumatmosphären in Kunst, Literatur und Film von Michael Schmidt</title>
		<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1286/comment-page-1#comment-2399</link>
		<dc:creator>Michael Schmidt</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 15:35:58 +0000</pubDate>
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		<description>Seit Anbeginn der Menschheit verbringen wir einen großen Teil des Lebens in von uns erschaffenen Räumlichkeiten, die meist dem Wohnen oder Arbeiten dienen. Die Entwicklung vom Wände bemalenden Höhlenmenschen zum Mietshausbewohner, Büroangestellten oder Arbeiter in der Werkhalle ist einerseits beachtlich, während sie andererseits von einer nicht zu leugnenden anthropologischen Kontinuität begleitet wird. Doch das eigentlich Faszinierende am Raum ist seine „Lebendigkeit“, seine jeweils eigene Atmosphäre, die in Steffen Krämers Artikel durch den Kontrast zwischen Lustschloss und Spukhaus eingefangen wird. Die Atmosphäre des Raums ist hier gleichsam ein Spiegelbild der mentalen Zustände der sich in ihm befindenden Person. Dabei scheinen natürliche oder kulturell bestimmte Dispositionen vorhanden, nach welchen die Gemütsstimmung auch durch die Anlage des Raums beeinflusst, ja zuweilen sogar bestimmt wird. Daher ist es möglich bestimmte Techniken zu entwickeln mit denen eine gewünschte Atmosphäre erzeugt werden kann. Diese „Inszenierung“ ist eine zentrale Fähigkeit der Kunst, und Krämer gelingt es, sie anhand seiner Beispiele anschaulich zu machen. In einer zunehmend künstlichen Welt stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch möglich ist der Inszenierung zu entfliehen oder aber sie zumindest in die eigene Hand zu nehmen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Anbeginn der Menschheit verbringen wir einen großen Teil des Lebens in von uns erschaffenen Räumlichkeiten, die meist dem Wohnen oder Arbeiten dienen. Die Entwicklung vom Wände bemalenden Höhlenmenschen zum Mietshausbewohner, Büroangestellten oder Arbeiter in der Werkhalle ist einerseits beachtlich, während sie andererseits von einer nicht zu leugnenden anthropologischen Kontinuität begleitet wird. Doch das eigentlich Faszinierende am Raum ist seine „Lebendigkeit“, seine jeweils eigene Atmosphäre, die in Steffen Krämers Artikel durch den Kontrast zwischen Lustschloss und Spukhaus eingefangen wird. Die Atmosphäre des Raums ist hier gleichsam ein Spiegelbild der mentalen Zustände der sich in ihm befindenden Person. Dabei scheinen natürliche oder kulturell bestimmte Dispositionen vorhanden, nach welchen die Gemütsstimmung auch durch die Anlage des Raums beeinflusst, ja zuweilen sogar bestimmt wird. Daher ist es möglich bestimmte Techniken zu entwickeln mit denen eine gewünschte Atmosphäre erzeugt werden kann. Diese „Inszenierung“ ist eine zentrale Fähigkeit der Kunst, und Krämer gelingt es, sie anhand seiner Beispiele anschaulich zu machen. In einer zunehmend künstlichen Welt stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch möglich ist der Inszenierung zu entfliehen oder aber sie zumindest in die eigene Hand zu nehmen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Von Neuromancer zu Second Life. Raumsimulationen im Cyberspace von Martin Cremers</title>
		<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1272/comment-page-1#comment-2398</link>
		<dc:creator>Martin Cremers</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 11:28:47 +0000</pubDate>
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		<description>Die Entwicklung des sogenannten Cyberspace wird in diesem Artikel unter wichtigen kulturgeschichtlichen Aspekten behandelt. Ich selbst habe mich aktiv mit Videospielen und szenisch verwandten Welten beschäftigt und finde es von daher mehr als erfreulich, dass dieses Thema unter Perspektiven der geschichtlichen Genese Beachtung findet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Entwicklung des sogenannten Cyberspace wird in diesem Artikel unter wichtigen kulturgeschichtlichen Aspekten behandelt. Ich selbst habe mich aktiv mit Videospielen und szenisch verwandten Welten beschäftigt und finde es von daher mehr als erfreulich, dass dieses Thema unter Perspektiven der geschichtlichen Genese Beachtung findet.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Migratory Homes: Redesigning Group Identity, Prototyping Social Change von Migratory Homes</title>
		<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1262/comment-page-1#comment-2394</link>
		<dc:creator>Migratory Homes</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 15:07:23 +0000</pubDate>
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		<description>[...] click here to read the complete article.    Posted on 07.06.11  Tags: [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] click here to read the complete article.    Posted on 07.06.11  Tags: [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Utopia revisited – neuer Wein in alten Schläuchen? von Steffen Krämer</title>
		<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/502/comment-page-1#comment-2392</link>
		<dc:creator>Steffen Krämer</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 19:15:32 +0000</pubDate>
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		<description>Ein grundsätzliches Nachdenken über Utopien ist zu Beginn des dritten Jahrtausends ebenso sinnvoll wie notwendig. Schließlich wurden durch den Zusammenbruch der sozialistischen Staatssysteme ab 1989 – nun scheinbar endgültig – der Niedergang des utopischen Denkens oder sogar das „Ende des utopischen Zeitalters“ konstatiert, wie es Joachim Fest 1991 formuliert hat. Knapp zwanzig Jahre später ist von dieser negativen Sichtweise kaum mehr etwas zu verspüren. Gleichsam geläutert tritt die Utopie wieder in das Blickfeld der theoretischen Diskurse und erlebt eine Renaissance, die man im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wohl nicht erwartet hätte. Dies liegt vermutlich daran, dass das utopische Denken offenbar auf einem evolutionären Prozess basiert, der Strukturen und Inhalte visionärer Modellvorstellungen den spezifischen Zeitbedingungen perfekt anzupassen versteht.
Dementsprechend deutet Ulrich Gehmann in vorliegendem Artikel die Utopie als „gerichtete Evolution“ und orientiert sich damit an jenem dynamischen Denkmuster, das von Ernst Bloch einmal als „Traum nach vorwärts“ bezeichnet wurde. Gehmanns Vorstellung zufolge befindet sich das utopische Denken derzeit in einer neuen Entwicklungsphase: Nach einer über Jahrhunderte andauernden Tradition unterschiedlicher Sozial- und Gesellschaftsutopien tritt nun das Individuum als autonomes Ich in den Brennpunkt visionärer Ideen. Dies ist konsequent argumentiert, sind doch die Kollektivträume von einer idealen Gemeinschaft spätestens durch die Dystopien der gewalttätigen Regime im 20. Jahrhundert wie Seifenblasen zerplatzt.
„Ou-Topos“ als ein im Wortsinn interpretierter „Nichtort“ wird folgerichtig nach innen projiziert und der von Thomas Morus erstmals formulierte Insel-Gedanke in den persönlichen Mikrokosmos jedes einzelnen verlagert. Gehmann ist sich der Gefahr, die sich dahinter verbirgt, durchaus bewusst. Nicht umsonst bezeichnet er diese Form der privaten Utopie als „hedonistisches Prinzip“. Und in der Tat kommt unwillkürlich der Gedanke an die „Libertinage“ auf, die Louis Aragon beschrieb, um jene radikale Loslösung aus jeglicher sozialer Bindung zu erläutern, die fast zwangsläufig in die Ausschweifung mündet. Ähnlich verhält es sich mit der totalen Befreiung mittels Technik, die Gehmann zufolge eine utopische Privatwelt aus Schopenhauers Wille und Vorstellung erschafft. Im evolutionären Sinne gedeutet entspricht diese Vision nicht nur einer menschlichen Entwicklung, sondern vielmehr einem maschinellen Verfahrensprozess, dessen perfektioniertes Sinnbild James Camerons Terminator darstellt. Und schließlich existiert noch der Cyberspace als eine Privatutopie im Virtuellen, auf die Gehmann zu Recht verweist. Beruft man sich auf William Gibson, der den Begriff des Cyberspace bereits Mitte der 1980er Jahre einführte, dann wird diese virtuelle Welt von so genannten „Konsolenfreaks“ bevölkert: bindungsunfähige und in eine soziale Gemeinschaft nicht integrierbare Halb-Autisten, die in den endlosen virtuellen Weiten entweder ihr Utopia oder ihr Nirwana suchen.
Gehmanns Exkurs über den derzeitigen Stand der Utopie ist klar strukturiert, basiert auf einer inhärenten Logik und führt die einzelnen Gedankengänge stringent weiter. Auch besteht kein Zweifel, dass es gegenwärtig eine radikaIe Individualisierung im utopischen Denken gibt. Ob dies eine positive Entwicklung ist, bleibt allerdings fraglich. Schließlich basiert dieser Prozess weniger auf dem Streben nach einem idealen Endzustand im Kollektiven, als vielmehr auf der völligen Entgrenzung des Individuums. Und diese kann sich sehr schnell in die dunkle Seite der Utopie verlieren, eben jene Dystopie, durch die vor allem die Menschen des 20. Jahrhunderts enorm gelitten haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein grundsätzliches Nachdenken über Utopien ist zu Beginn des dritten Jahrtausends ebenso sinnvoll wie notwendig. Schließlich wurden durch den Zusammenbruch der sozialistischen Staatssysteme ab 1989 – nun scheinbar endgültig – der Niedergang des utopischen Denkens oder sogar das „Ende des utopischen Zeitalters“ konstatiert, wie es Joachim Fest 1991 formuliert hat. Knapp zwanzig Jahre später ist von dieser negativen Sichtweise kaum mehr etwas zu verspüren. Gleichsam geläutert tritt die Utopie wieder in das Blickfeld der theoretischen Diskurse und erlebt eine Renaissance, die man im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wohl nicht erwartet hätte. Dies liegt vermutlich daran, dass das utopische Denken offenbar auf einem evolutionären Prozess basiert, der Strukturen und Inhalte visionärer Modellvorstellungen den spezifischen Zeitbedingungen perfekt anzupassen versteht.<br />
Dementsprechend deutet Ulrich Gehmann in vorliegendem Artikel die Utopie als „gerichtete Evolution“ und orientiert sich damit an jenem dynamischen Denkmuster, das von Ernst Bloch einmal als „Traum nach vorwärts“ bezeichnet wurde. Gehmanns Vorstellung zufolge befindet sich das utopische Denken derzeit in einer neuen Entwicklungsphase: Nach einer über Jahrhunderte andauernden Tradition unterschiedlicher Sozial- und Gesellschaftsutopien tritt nun das Individuum als autonomes Ich in den Brennpunkt visionärer Ideen. Dies ist konsequent argumentiert, sind doch die Kollektivträume von einer idealen Gemeinschaft spätestens durch die Dystopien der gewalttätigen Regime im 20. Jahrhundert wie Seifenblasen zerplatzt.<br />
„Ou-Topos“ als ein im Wortsinn interpretierter „Nichtort“ wird folgerichtig nach innen projiziert und der von Thomas Morus erstmals formulierte Insel-Gedanke in den persönlichen Mikrokosmos jedes einzelnen verlagert. Gehmann ist sich der Gefahr, die sich dahinter verbirgt, durchaus bewusst. Nicht umsonst bezeichnet er diese Form der privaten Utopie als „hedonistisches Prinzip“. Und in der Tat kommt unwillkürlich der Gedanke an die „Libertinage“ auf, die Louis Aragon beschrieb, um jene radikale Loslösung aus jeglicher sozialer Bindung zu erläutern, die fast zwangsläufig in die Ausschweifung mündet. Ähnlich verhält es sich mit der totalen Befreiung mittels Technik, die Gehmann zufolge eine utopische Privatwelt aus Schopenhauers Wille und Vorstellung erschafft. Im evolutionären Sinne gedeutet entspricht diese Vision nicht nur einer menschlichen Entwicklung, sondern vielmehr einem maschinellen Verfahrensprozess, dessen perfektioniertes Sinnbild James Camerons Terminator darstellt. Und schließlich existiert noch der Cyberspace als eine Privatutopie im Virtuellen, auf die Gehmann zu Recht verweist. Beruft man sich auf William Gibson, der den Begriff des Cyberspace bereits Mitte der 1980er Jahre einführte, dann wird diese virtuelle Welt von so genannten „Konsolenfreaks“ bevölkert: bindungsunfähige und in eine soziale Gemeinschaft nicht integrierbare Halb-Autisten, die in den endlosen virtuellen Weiten entweder ihr Utopia oder ihr Nirwana suchen.<br />
Gehmanns Exkurs über den derzeitigen Stand der Utopie ist klar strukturiert, basiert auf einer inhärenten Logik und führt die einzelnen Gedankengänge stringent weiter. Auch besteht kein Zweifel, dass es gegenwärtig eine radikaIe Individualisierung im utopischen Denken gibt. Ob dies eine positive Entwicklung ist, bleibt allerdings fraglich. Schließlich basiert dieser Prozess weniger auf dem Streben nach einem idealen Endzustand im Kollektiven, als vielmehr auf der völligen Entgrenzung des Individuums. Und diese kann sich sehr schnell in die dunkle Seite der Utopie verlieren, eben jene Dystopie, durch die vor allem die Menschen des 20. Jahrhunderts enorm gelitten haben.</p>
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		<title>Kommentar zu Die Macht des geografischen Raums &#8211; Auch nach gut hundert Jahren sind Halford J. Mackinders Aussagen zum „geografischen Drehpunkt der Geschichte“ von überraschend politischer Relevanz von Michael Wirth</title>
		<link>http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1184/comment-page-1#comment-2391</link>
		<dc:creator>Michael Wirth</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 May 2011 19:43:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/?p=1184#comment-2391</guid>
		<description>Rudolf Mareschs Artikel gehört hoffentlich zur Pflichtlektüre im Auswärtigen Amt und darüber hinaus - denn politischer Realismus, nicht zuletzt im hier skzizzierten weltpolitischen Umfeld, hat auch etwas mit jener Vernunft und dem Maßhalten zu tun, mit dem Gesellschaften und Regierungen, ob in Deutschland oder anderswo, immer gut gefahren sind. Umso mehr gilt dies, wenn man sich als Mittelmacht in schwierigen Zeiten auf internationalem Parkett bewegt.

Allerdings lässt sich m. E. auch nicht alles auf Mackinders Weltbild und die eurasische Landsichel als Brutstätte der Weltgeschichte reduzieren; es sei denn man blendet beim geopolitischen Tanz um den goldenen Rim großzügig die äußerst blutigen Kämpfe aus, die sich in den genannten sechs Jahrzehnten auf dem afrikanischen Kontinent abgespielt haben, von Biafra und Katanga bis hin zum Völkermord in Ruanda. In Lateinamerika wiederum hat es in diesem Zeitraum zwar keine großen Kriege von Staaten gegeneinander gegeben, wohl aber starke innere Verwerfungen bis ihn zu Bürgerkriegen. Geschichte wird also nicht nur zwischen Kap Finisterre und dem Gelben Meer gemacht.

Noch ein Gesichtspunkt sollte dabei Beachtung finden: Es genügt nicht, Anrainer des im Artikel als geografische Sichel bezeichneten Großraums zu sein, um als Akteur auf der Weltbühne eine gewichtige Rolle zu spielen. Dass hier von Russland, China und Indien als möglichen künftigen Supermächten die Rede ist und nicht von Korea, Vietnam oder Bangladesch, zeigt nämlich, was man dafür neben der geografischen Lage vor allem braucht: ein großes eigenes Territorium bzw. eine große Bevölkerungszahl. Dass solchen Ländern die Zukunft gehört, erkannte schon vor bald hundert Jahren auch Adolf Hitler. Es mag Herrn Zielcke wieder auf die publizistischen Barrikaden treiben, aber manchmal stößt man eben auch in ideologischen Sümpfen mit ihren Irrlichtern auf tiefere Wahrheiten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Rudolf Mareschs Artikel gehört hoffentlich zur Pflichtlektüre im Auswärtigen Amt und darüber hinaus &#8211; denn politischer Realismus, nicht zuletzt im hier skzizzierten weltpolitischen Umfeld, hat auch etwas mit jener Vernunft und dem Maßhalten zu tun, mit dem Gesellschaften und Regierungen, ob in Deutschland oder anderswo, immer gut gefahren sind. Umso mehr gilt dies, wenn man sich als Mittelmacht in schwierigen Zeiten auf internationalem Parkett bewegt.</p>
<p>Allerdings lässt sich m. E. auch nicht alles auf Mackinders Weltbild und die eurasische Landsichel als Brutstätte der Weltgeschichte reduzieren; es sei denn man blendet beim geopolitischen Tanz um den goldenen Rim großzügig die äußerst blutigen Kämpfe aus, die sich in den genannten sechs Jahrzehnten auf dem afrikanischen Kontinent abgespielt haben, von Biafra und Katanga bis hin zum Völkermord in Ruanda. In Lateinamerika wiederum hat es in diesem Zeitraum zwar keine großen Kriege von Staaten gegeneinander gegeben, wohl aber starke innere Verwerfungen bis ihn zu Bürgerkriegen. Geschichte wird also nicht nur zwischen Kap Finisterre und dem Gelben Meer gemacht.</p>
<p>Noch ein Gesichtspunkt sollte dabei Beachtung finden: Es genügt nicht, Anrainer des im Artikel als geografische Sichel bezeichneten Großraums zu sein, um als Akteur auf der Weltbühne eine gewichtige Rolle zu spielen. Dass hier von Russland, China und Indien als möglichen künftigen Supermächten die Rede ist und nicht von Korea, Vietnam oder Bangladesch, zeigt nämlich, was man dafür neben der geografischen Lage vor allem braucht: ein großes eigenes Territorium bzw. eine große Bevölkerungszahl. Dass solchen Ländern die Zukunft gehört, erkannte schon vor bald hundert Jahren auch Adolf Hitler. Es mag Herrn Zielcke wieder auf die publizistischen Barrikaden treiben, aber manchmal stößt man eben auch in ideologischen Sümpfen mit ihren Irrlichtern auf tiefere Wahrheiten.</p>
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